Jahreshauptversammlung 2006

 

Die Kameradinnen und Kameraden unserer Bereitschaft

Die Kameradinnen und Kameraden unserer Bereitschaft

Zu einem gemütlichen Abend trafen sich die Kameradinnen und Kameraden der Bergwacht-Bereitschaft Scheibe-Alsbach in ihrer Schutzhütte. Bevor es aber zum gemütlichen Teil kam, wurde die Arbeit des letzten Jahres ausgewertet. 
Wieder einmal waren die Einsatzkräfte der Bereitschaft im ganzen Landkreis zu den verschiedensten Aufgaben unterwegs. 
So wurden bei 18 Blutspenden die Spender betreut. Bei 81 Veranstaltungen waren die Kameraden, um verletzten Personen zu helfen. Insgesamt wurden 5293 Stunden geleistet. Davon waren rund 500 Stunden Sommer- und 1130 Winterdienst. Hinzu kommen rund 1200 Stunden Sanitätsdienste. 
Es konnte im letzten Jahr 269 verletzten Personen geholfen werden. Davon wurden 38 an den Rettungsdienst übergeben. 1274 Verletzte stehen seit 1993 zu Buche. 
Hauptschwerpunkte waren die Skiarena „Silbersattel“ Steinach, die Veranstaltungen der verschiedenen Sportvereine, Down-Hill- und Motorsportveranstaltungen. 
Des Weiteren nahmen die Kameraden an 2 Übungen teil. Besonders ist hierbei die gut organisierte Übung in Neuhaus hervorzuheben. 
Im Rahmen der Rettung aus unwegsamen Gelände bzw. der Unterstützung des Rettungsdienstes, ist ein zunehmendes Einsatzaufkommen zu verzeichnen. So gab es Unterstützung von Kranken- und Rettungswagen beim Transport von Patienten zwischen Krankenhaus und Wohnung, bei der Rettung von Skiloipen und eine Suche nach einer vermissten Person, gemeinsam mit den Kameraden der Rettungshundestaffel aus Köln. 
Hierbei muss auch einmal die gute Zusammenarbeit mit Polizei, Rettungsdienst, Feuerwehr und Leistelle in Suhl hervorgehoben werden. 
Den größten Einsatz hatten die Kameraden im letzten Jahr. Sie wurden über Funkmelder zum Einsatz gerufen, als ein schwer verletzt Holzfäller in einem Waldgebiet lag. 
Probleme gibt es bei diesen Einsätzen im Winter mit der Technik. Leider stehen nur sehr alte Motorschlitten zur Verfügung, welche schon zu DDR-Zeiten bei den Grenztruppen zum Einsatz kamen. Jetzt ist es Ziel, moderne Motorschlitten zu beschaffen. Hierzu fehlen jedoch noch einige finanzielle Mittel und die Kameraden hoffen auf Unterstützung. 
Die Auswertung der Wintersaison 2005/2006 war der zweite Abschnitt des offiziellen Teils. 
In den rund 20 Wochen wurden 68 Verletzte durch die Bergwacht betreut. Davon wurden 46 durch den Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. 1188 Stunden stehen in dieser Zeit zu Buche. Hinzu kommen noch die Stunden, in denen die Technik instand gehalten und Ausbildungen durchgeführt wurden 
Die Verletzungen reichen von Schürfwunden über Brüche bis hin zu Wirbelsäulenverletzungen. 
Allein in der Skiarena Steinach leisteten die Kameraden 837 Stunden an 46 Tagen. 
Es waren an den Wochenenden und Feiertagen ständig Kameraden im Skigebiet unterwegs, um verletzten Personen zu helfen. Dies war in diesem Winter erneut erforderlich, was die Verletztenzahl zeigt. Leider ist es nicht möglich, täglich Kameraden nach Steinach zu senden. Dies wäre aber dringend notwendig, da auch unter der Woche viele Verletzte anfallen. 
Aber auch außerhalb des Skigebietes gab es einiges zu tun. So wurde die Bereitschaft zur Unterstützung von Rettungsdienst und Christoph 60 nach Friedrichshöhe gerufen. Weitere Einsätze zur Unterstützung des Rettungsdienstes waren in Steinach und Limbach. 
Außerdem musste ein angetrunkener Mann zwischen Friedrichshöhe und Masserberg gesucht werden. 
Nun war es Zeit für einen gemütlichen Abend, mit einem leckeren Essen, was dankenswerter Weise durch Jens Koch bereitet und angeliefert wurde.

Dank für jahrelange Zusammenarbeit

 

Uwe Hammerschmidt (M.) bei der Übergabe an BL Konni Lutter (R.) und st.BL Ralph Winzer

 

Uwe Hammerschmidt (M.) bei der Übergabe an BL Konni Lutter (R.) und st.BL Ralph Winzer

Über viele Jahre arbeiten die Kameraden der Bergwacht-Bereitschaft Scheibe-Alsbach mit Uwe Hammerschmidt und seiner Firma Brakom aus Sonneberg zusammen. Nun bedankte sich der Inhaber mit einer Spende an die Bereitschaft. Er stellt kostenlos eine Vakuum-Beinschiene zur Verfügung, welche bei den vielen Einsätzen dringend benötigt wird. Die Kameraden der Bergwacht möchten sich auf diesem Wege nochmals recht herzlich bedanken.

Rettungshundestaffel on tour…

Am 21.01.2006 um 6.00 Uhr morgens war es wieder so weit – ein Teil unserer Staffel machte sich auf den Weg auf die 10. Winter-Staffel-Fahrt nach Scheibe-Alsbach/Thüringen. Ausbildungsziele für die Woche waren neben der Verbesserung der Suchintensität und -kondition der Hunde die Vertiefung der einsatztaktischen Kenntnisse und Fähigkeiten der Hundeführer.

Nach einem kurzen Zwischenstopp mit Mittagessen in der Bergwacht-Hütte ging es – kaum an der Pension Arnika angekommen - auch schon los mit der ersten kleinen Trainingseinheit und der ein oder andere Mensch wie Hund war schon erstaunt wie tief man im Schnee einsinken kann. Petrus hatte es dieses Jahr wirklich gut mit uns gemeint!

Am Sonntag gegen 10 Uhr begann der erste Trainingstag - allerdings nicht ohne die obligatorischen Mobilitätsprobleme! Gerade losgefahren musste der Sprinter schon das erste Mal befreit werden. Endlich am Trainingsplatz angekommen ging es los mit dem Schneetraining: je nach Ausbildungsstand wurde mit den Hunden gespielt oder Verbellübungen bzw. kleinere Suchen gemacht. Daneben haben unsere Männer als Vorbereitung für den nächsten Trainingstag in den extra für uns aufgeschichteten Schneebergen Höhlen angelegt – je nach Beruf des Erbauers mit Feuerlöscher, Handy oder Innenanstrich versehen!

Montags gab es das erste Schneehöhlen-Training: Die Hunde sollten eine in der Schneehöhle eingegrabene Person finden und sich möglichst selbstständig durch den Schnee buddeln. Während sich die unerfahreneren Hunde anfangs noch etwas zögerlich zeigten, hatten die Profis sich in Windeseile ein Loch gegraben. Am Ende des Tages hatten aber alle Hunde die Technik raus. Nur einzelne konzentrierten sich lieber aufs Bellen und ließen ihren Hundeführer die Arbeit machen.

Dienstagnachmittag gab es für einen Teil der Gruppe die erste große Herausforderung. Anhand eines vorgegebenen Szenarios sollten Hund und Hundeführer ein 70*200m großes Areal selbstständig absuchen. Neben dem Einbrechen der Dunkelheit und dem Ausfall der Funkgeräte hatte jedes Team wohl noch mit der ein oder anderen Schwierigkeit zu kämpfen, sei es mit der Orientierung im unbekannten Gelände oder mit der korrekten Einweisung des Helfers. So war nicht nur das Führungsteam froh, als alle 5 Teams ihren Weg zurückgefunden hatten. In der Arnika gab es nach dem Abendessen eine ausführliche Nachbesprechung mit intensivem Erfahrungsaustausch bis spät in die Nacht.

Mittwochs hatten sich Hund und Mensch die Trainingspause am Nachmittag dann wohlverdient. Ein Teil der Gruppe besuchte Lauscha um sich die Arbeit der dortigen Glasbläser-Zunft anzuschauen während der Rest in der Pension entspannte.

Donnerstagfrüh gingen dann Mensch und Hund mit neuen Kräften wieder ans Werk. Ein weiterer Trainingstag am Gelände rund um den Stake-Out stand auf dem Plan. Dieses war im Laufe der letzten Tage schon fast unser zweites Zuhause geworden.

Umso erstaunter war ein Teil der Hundeführer als sie Freitagmorgen auf dem Weg zum Training bereits nach einigen hundert Metern am Dreistromstein mit dem Hinweis „Nehmt alles mit, was ihr für eine Suche braucht“ aus dem Sprinter aussteigen sollten. Eine weitere Überraschungs-Übung stand auf dem Plan! Die Gruppe sollte selbstständig die Wege zwischen Dreistromstein und Stake-Out nach drei vermissten Nachtwanderern absuchen. Natürlich war die Aufregung anfangs nicht nur bei den Hundeführern groß sondern auch bei den Hunden, die schließlich zum ersten Mal neben ihren Kollegen suchen sollten. Mit kleineren Hilfestellungen konnte die Gruppe aber die Aufgabe erfolgreich lösen. Aufgrund der Erfahrungen während der Übung standen in der anschließenden Nachbesprechung nicht so sehr einsatztaktische Fragen sondern Themen wie der Umgang des einzelnen mit Stress, die Kommunikation im Einsatzfall und Rettungshundearbeit als Teamarbeit im Vordergrund.

Abends gab es zum Abschied das traditionelle Würstchengrillen an der Bergwacht-Hütte. Nach reichlich Würstchen- und Kölschgenuss wurde wir mit dem regionalen Liedgut vertraut gemacht – auch wenn die ein oder andere Textzeile uns irgendwie komisch vorkam.

Am 28.01.2006 war leider die Woche wie immer viel zu schnell um. Nach einem letzten ausgiebigen Spaziergang durch die wunderschöne Schneelandschaft machten wir uns gegen Mittag wieder auf den Weg Richtung Heimat! Für alle war es eine anstrengende aber auch abwechslungsreiche und lehrreiche Woche in der man - allen voran die Junghundeführer - nicht nur viel dazu gelernt hat, sondern auch sich selbst, seinen Hund und die Gruppe in den unterschiedlichsten Situationen noch besser kennen gelernt hat.

Auf diesem Weg möchten wir uns noch einmal ganz herzlich für die Hilfe und Gastfreundschaft bei Konni und den anderen Bergwacht-Kameraden bedanken! Egal ob es um die Bereitstellung des Motorschlittens, das Freischieben unserer vielleicht nicht ganz so schneetauglichen Fahrzeuge/Fahrer, das Grillen bei Tiefschnee oder die musikalische und tänzerische Gestaltung des Abschlussabends geht, Ihr seid immer zur Stelle!