Erste Adresse für Erste Hilfe - Freies Wort vom 24.02.2009
Bei Skispaß-Turnier stimmen Thüringens Retter auch Sorgenlieder an
Steinach – Die Schussfahrt im Weiß einmal von der
unbeschwerten Seite erleben? Dieses Vergnügen gönnten sich am Wochenende Bergwachtbereitschaftler aus ganz Thüringen in der Skiarena Silbersattel – beim traditionellen Ski-alpin-Wettbewerb der Kameradschaften. Knapp 60 Starter aus einem Dutzend Teams reisten zu dem geselligen Miteinander der eiskalten Art in die Brunnenstadt. Organisiert wurde der Wettbewerb von der Sektion Scheibe-Alsbach, deren Hausberg das Fellberg-Areal ist. Die Gastgeber übernahmen die schöne Pflicht ein reibungsloses Vergnügen auszurichten, anstatt, wie sonst die Saison über üblich, bergauf und talab Erste Hilfe für Verunfallte zu leisten.
Knapp 50 Einsatztage haben die Scheibe-Alsbacher in der laufenden Saison in Thüringens größtem Skigebiet bereits „abgerissen“. Silbersattel-Geschäftsführer Gerhard Müller lobt seine Jungs in den roten Jacken denn auch gerne über den grünen Klee: „Die machen einen Super-Job.“ Ob Wochenende oder Feiertag, auf Zuruf oder wenn es gilt, Turniere abzusichern, „seit Jahren stehen die Scheibe-Alsbacher parat und schieben einen schicken und ordentlichen Dienst.“
Steinachs oberster Schneezirkus-Direktor betont, dass die Vor-Ort-Truppe in der Arena zudem ein wertvoller Aktivposten fürs Renommee ist. „Es ist einfach beruhigend für die Gäste.“ Und derer waren es nicht wenig im bisherigen Traumwinter 2008/2009, nämlich bisher rund 40 000.
Vertletzt in der Abfahrt
Zu den spektakulärsten Einsätzen des Retter-Zusammenschlusses in dieser Saison zählt die Premiere einer Rettungshubschrauber-Landung an Silvester auf dem Plateau. Nachdem der Sessellift abgeknipst war und eigentlich der Sekt kaltgestellt sein wollte, kam via Funk die Meldung, ein verletzter Skifahrer liege auf der Familienabfahrt. Die Kameraden informierten die Rettungsleitstelle, ein 40-Jähriger habe sich die Schulter ausgekugelt hatte. Wegen der Schmerzen ließ sich der Mann kaum anderweitig bergen, also wurde der DRF-Heli Christoph 60 angefordert.
Nachdem Schmerzmittel verabreicht waren, wurde der Patient eingeladen und ins Klinikum Suhl geflogen, schildert Kameradschaftsleiter Konni Lutter. Durchs Team der Skiarena war zwischenzeitlich per Pistenraupe die Familie des Verunfallten an den Unfallort gebracht worden. Die Notärztin informierte die Ehefrau und diese konnte dem Familienvater schließlich mit dem Auto ins Klinikum folgen.
Lutter: „Dieser Einsatz zeigte die sehr gute Zusammenarbeit zwischen Bergwacht, Skiarena und Bergwacht, Rettungsleitstelle und Rettungskräften.“
Einem Unfallhoch in den vergangenen Wochen möchte Lutter trotzdem nicht das Wort reden. Klar, die Einsatzzahlen sind nach oben geschlittert, aber prozentual, also im Vergleich zum Besucheraufkommen, sei alles im grünem Bereich.
Dennoch gibt es Zeiten, an denen man aus der Thermojacke -nicht herauskommt. Fünf Snowboarder mit zerschrotetem Handgelenk schlugen beispielsweise an einem einzigen Tag im Stundentakt hintereinander auf. Und über dieses Publikum schimpft Lutter. Es sei immer derselbe Mix aus Selbstüberschätzung und mangelndem Können, der seine Rot-Kreuzler auf den Plan und in die Piste ruft.
„Das sind dann welche, die sich lieber vom Kumpel das Boarden beibringen lassen, als vielleicht ein paar Stunden in den Skilehrer zu investieren, der einem die Grundbewegungen beibringt.“
Wenn diese Grünhörner dann auf die Schnauze fallen, „kein Wunder“.
Ins Lied über alpin bebrettelte Sorgenkinder wissen natürlich auch andere Thüringer Bergwacht-Chefs einzustimmen. Oberhofs Rainer Mahn etwa berichtet von seinen zwei bis drei Einsätzen jedes Wochenende im Skigebiet am Inselsberg. Mittlerweile seien es weniger die Knochenbrüche, die das Bild prägen, als vielmehr schlimme Schnittwunden. „Wenn die Stahlkanten ins Fleisch schneiden, dann ist man oft gleich bis auf den Knochen durch.“
Doch immerhin: Nach dem Unfall von Thüringens oberstem Skifahrer sei ein Mehr an Vernunft zu beobachten. Der Trend zum Helm ist da. Eine Pflicht hierzu allerdings gibt es nicht. Sie wäre wohl auch kaum durchzusetzen oder zu kontrollieren.
Mike Schmidt, Leiter der Bereitschaft in Gehlberg, mahnt entsprechend an, angemessene Rahmenbedingungen zu schaffen für den notwendigen Dienst der Bergwachten im Urlauberland Thüringen. Bekanntlich zählt die Unterstützung der Kameradschaften – im Gegensatz zur Freiwilligen Feuerwehr – nicht zum Kanon der gesetzlichen kommunalen Pflichtaufgaben. Wie sie also Kosten für Funkgeräte und Motorschlitten, für Stiefel und wetterfeste Jacken bestreiten sollen, bleibt hierzulande allein der Fantasie der Freiwilligen geschuldet. Dass er es leid sei, ständig Bettelbriefe um Fördermittel nach Erfurt zu schicken oder Sponsoren anzubaggern, lässt Schmidt daher deutlich anklingen. „Da besteht eine absolute Diskrepanz zwischen der Funktion, die wir wahrnehmen, und unserer Ausstattung.“ 51 Euro beispielsweise vergüten die Krankenkassen den Ersthelfern in Thüringen. Wenn allerdings in Bayern eine Bergwacht Sanitäter anfordere, würde im Nachgang die siebenfache Summe überwiesen. Wie man also bitteschön für „nen Fuffi“ pro Einsatz Technik und Ausrüstung anschaffen, unterhalten und reparieren solle? Für den Ilmkreisler Schmidt eine offene Frage.
Pokal-Dreier für Gehlberg
Die Gleichstellung mit den Feuerwehren voranzutreiben, allerdings keine Neiddebatte anzustoßen, das ist dieser Tage Stoßrichtung der im DRK organisierten Bergwachten.
Günter Senf, stellvertretender Landesvorsitzender, äußerte am Rande der Veranstaltung in Steinach, man werde demnächst zumindest bei der Vergütung für die Jugendarbeit in Erfurt nachhaken. Geplant sei hierzu ein Antrag an die Landesregierung.
Zu den Fragen, die sich am Wochenende immerhin klären ließen, gehört die nach der schnellsten Bergwacht Thüringens. Die Gehlberger Mike Schmidt und Lothar Greiner sicherten sich beim Alpin-Wettbewerb den Titel der flottesten Mannschaft, Pia Wagner aus Gehlberg bekam den Pokal für die schnellste Bergretterin und Mike Schmidt den des schnellsten Retters. Die Pokale immerhin waren an diesem Abend der handfeste Lohn für ein Engagement, das ansonsten kaum mit Geld aufgewogen wird.
Text und Bilder: Andreas Beer
Vierbeinige Lebensretter
Bei der Nachwuchsgewinnung greift die Bereitschaft Scheibe-Alsbach auch auf spektakuläre Aktionen wie die Vorführung einer Rettungshundestaffel zurück
Von Raimund Sander
Steinheid – Ungewohnte Laute ließen dieser Tage die Mädchen und Jungen der Staatlichen Grundschule Steinheid aufhorchen: Auf dem Flur der ersten Etage bellten Hunde. Eigentlich haben Vierbeiner nichts im Schulgebäude zu suchen, also musste es einen besonderen Grund geben.

Und den gab es tatsächlich. Denn Lilla, Brix und Borkow sind keine gewöhnlichen Hunde, sie gehören zur Rettungshundestaffel des Deutschen Roten Kreuzes Köln. Und der Besuch galt nicht Schulleiter Gunter Wild, der vorsichtshalber seine Bürotür zum Rückzug offen ließ, sondern den sechs Mitgliedern der im vergangenen Jahr gegründeten Arbeitsgemeinschaft „Bergwacht“. Und die freuten sich natürlich über die unerwartete Abwechslung.
Arbeitsgemeinschaften haben an der Umwelt- und Europaschule eine lange Tradition. Sie bereichern den Unterricht und machen zudem Spaß, nicht zuletzt, weil die Teilnahme freiwillig ist und es hier keine Zensuren gibt. Die Arbeitsgemeinschaft „Bergwacht“ hat jedoch einen besonderen Hintergrund: Gewinnung des dringend benötigten Nachwuchses für die Bereitschaften. „Mit sechs Jungen haben wir begonnen, doch es wäre gut, wenn es noch mehr werden“, meinte Gunter Wild.
Einmal wöchentlich trifft sich die Gruppe und wird dabei im Wechsel von Ausbilder Uwe Müller beziehungsweise von Mitgliedern der Bergwachtbereitschaft Scheibe-Alsbach betreut – natürlich ehrenamtlich. Hier lernen die Kinder, was ein Bergwachtler wissen und können muss, um seine verantwortungsvolle Arbeit erledigen zu können. So werden die Jungen langsam in die Arbeit einbezogen. „Natürlich hoffen wir, sie später als aktive Mitglieder der Bereitschaft begrüßen zu können“, weist Bereitschaftsleiter Konni Lutter auf das Ziel ihrer Bemühungen hin.
Kinder im Grundschulalter an eine ernsthafte Beschäftigung heranzuführen setzt voraus, sie dafür zu begeistern. Das gelingt nicht allein durch theoretischen und praktischen Unterricht, da muss auch ab und zu Action sein. Und genau das war den Scheibe-Alsbacher Bergwachtlern mit dem „Auftritt“ der DRK-Rettungshundestaffel gelungen.
Für Iris Nußbaum und Gerd Buch war das Ehrensache, mit den zwei Labrador Retrievern und dem Rottweiler an der Schule eine Vorführung zu starten – schließlich sind die Kölner und die Scheibe-Alsbacher seit Jahren gute Freunde. „Wir kommen nun schon zum 15. Mal auf den Rennsteig, um unsere Hunde auf die Überprüfung, die alle 18 Monate vorgeschrieben ist, vorzubereiten“, erklärt Gerd. „Leider gibt es bei uns selten Schnee und das nächste Übungsgelände ist 80 Kilometer entfernt. Und hier finden wir ideale Voraussetzungen für die Ausbildung von Hund und Führer.“
Rettungshundestaffel und Bergwachtbereitschaft sind eigentlich untrennbar verbunden, wenn es um die Suche und Bergung von Verletzten in einem unwegsamen Gelände, wie die Rennsteigregion, geht. Allerdings gibt es hier in der Nähe keine Rettungshunde und so sind die Scheibe-Alsbacher froh darüber, wenigstens einmal im Jahr mit den Kölnern ihre Erfahrungen austauschen zu können. „In einem Jahr hatten wir sogar einen richtigen Einsatz“, erzählt Iris Nußbaum, „da mussten unsere Hunde einen Mann suchen.“
Für einen Jungen aus der Arbeitsgemeinschaft sind die Kölner keine Unbekannten. Pauli (Paul) Lutter, der Sohn des Bereitschaftsleiters, nutzt jede Gelegenheit dabei zu sein, wenn sein Vati in Sachen Bergwacht unterwegs ist. Und so war das Hallo groß, als die zwei Hundeführer samt Vierbeinern in Begleitung des einheimischen Bergwachtkameraden Christian Siegel eintrafen. Richtig stolz war Pauli, dass er einen Verirrten „spielen“ konnte, den die Rettungshunde auf dem Schulhof suchen mussten – und zur Freude der anderen Kinder auch nach kurzer Zeit fanden.

Leider war die Zeit viel zu schnell herum. Gerne hätten die Mitglieder der Arbeitsgruppe noch mit den Hunden gespielt, doch auf die wartete in Siegmundsburg wieder hartes Training, um die anstehende Prüfung auch zu bestehen.

Anmerkung der Bergwacht
Vielen Dank an das Freie Wort, deren Redakteure und hier im Speziellen an Raimund Sander.
Der letzte Einsatz des Jahres 2008
Der letzte Einsatz des Jahres 2008 für unsere Kameraden fand in der Skiarena Silbersattel in Steinach statt. Nach dem Schließen der Arena kam über Funk die Meldung, dass noch ein verletzter Skifahrer auf der Familienabfahrt liegen würde. Da bereits ein Mitarbeiter der Arena mit einem Motorschlitten in diese Richtung unterwegs war, überprüfte dieser die Meldung und bestätigte sie nach kurzer Zeit. Daraufhin begaben sich unsere Kameraden mit einem weiteren Schlitten zum Unfallort. Vorgefunden wurde ein ca. 40 jähriger Mann mit Verdacht auf Schulterluxation. Nun wurde eine entsprechende Meldung an die Rettungsleitstelle Suhl abgesetzt. Nach kurzer Zeit stand fest, dass keine Rettungsmittel zur Verfügung standen. Auf Grund der Schmerzen des Patienten traf die Leitstelle die Entscheidung, den Rettungshubschrauber Christoph 60 aus Suhl zum Einsatzort zu entsenden. Dieser landete nach einigen Minuten. Das Rettungsteam übernahm die weitere Versorgung des Patienten. Nachdem Schmerzmittel verabreicht waren, wurde der Patient in den Hubschrauber geladen und ins Klinikum Suhl geflogen. Durch das Team der Skiarena wurde zwischenzeitlich mit Pistenraupen die Familie des Verunfallten an den Unfallort gebracht. Die Notärztin informierte die Frau über das weitere Vorgehen und sie konnte dem Familienvater mit dem PKW ins Klinikum folgen.
Dieser Einsatz zeigte wieder einmal die sehr gute Zusammenarbeit zwischen Bergwacht und den Skiarena-Mitarbeitern einerseits und Bergwacht, Rettungsleitstelle und Rettungskräften (egal ob RTW -, NEF – oder Hubschrauberbesatzung) andererseits.



Notarzt, Bergwacht und Rettungsdienst

Text und Bild aus dem Freien Wort vom 03.01.2009.
Vielen Dank an die freundlichen Bergwacht-Sanitäter
Eigentlich wollte ich anfänglich an dieser Stelle einmal meiner Wut freien Lauf lassen und über die einen oder anderen Missstände beim IXS Downhillcup in Steinach berichten (z.B. die langen Wartezeiten am Lift auf Grund der nicht vorhandenen Shuttle-Möglichkeiten und der damit leider spärlich ausfallenden Trainingszeiten, etc.). Doch ich wurde eines besseren belehrt und berichte mal ausschließlich über die wirklich erfreulichen Dinge. Zum einen war das Wetter der absolute Knaller. Perfekt zum biken, nicht zu warm und nicht zu kalt und das bei strahlend blauen Himmel. Zum anderen war die Strecke super schnell (wurde mir leider zum Verhängnis) und flowig.
P.S. In der Regel sind wir immer so schnell :).
Helfen, wo sonst keiner hinkommt
Aus dem Freien Wort vom 19.11.2008
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Der Vorsitzende des DRK Sonneberger Kreisverbandes Erwin Götz (l.) |
Kameraden in Scheibe-Alsbach nahmen neues Einsatzfahrzeug in Betrieb.
Scheibe-Alsbach – Vor wenigen Tagen war es endlich soweit, die Kameraden der Bergwacht Scheibe-Alsbach konnten ihr neues Einsatzfahrzeug in Betrieb nehmen. Erwin Götz, Vorsitzender des DRK Sonneberger Kreisverbandes überreichte dem Bereitschaftsleiter Konni Lutter den Schlüssel.
Ein Geländefahrzeug musste es schon sein, denn schließlich kommen die Kameraden der Bergwacht dort zum Einsatz, wo meist ein normaler Rettungswagen nicht hinkommt. Das Einsatzgebiet reicht von Goldisthal über Masserberg bis hin zur Eisfelder Ausspanne, von Saargrund bis Effelder, Schalkau, Steinach und Steinheid. Fast ein Dutzend Gemeinden liegen im Zuständigkeitsbereich, viele Einsätze führen die Bergwachtkameraden auch zur Skiarena in Steinach, allein dort kommen in einer Saison rund 1500 Einsatzstunden zusammen.
Allerdings stecken die Kameraden auch in einem gewissen Dilemma. Gesetzlich ist zwar eine Bergwacht vorgeschrieben, aber wenn es um die Finanzierung geht, fühlt sich niemand so recht zuständig. Für die Bergung eines Verletzten erhält die Bergwacht rund 51 Euro. „Das ist aber eine freiwillige Leistung der Krankenkassen“, erklärt Konni Lutter. Weiter sagte der Bereitschaftsleiter: „Es gibt auch Kassen, die die Zahlung ablehnen.“
Erfreut zeigten sich die Kameraden und DRK-Chef Götz über die Zuwendung der Gemeinde Goldisthal, „Mit 5 000 Euro hat sich Goldisthal an der Finanzierung des Fahrzeugs beteiligt“, erzählt der Vorsitzende. Enttäuscht zeigten sich die Kameraden, dass von den anderen Gemeinden nicht einmal eine Reaktion auf das Ansinnen der Bergwacht erfolgte. „Einzig die Stadt Schalkau hat uns noch mit 150 Euro unterstützt“, sagt Lutter erfreut.
Dabei ging es den Kameraden keinesfalls nur um die großen Summen, die Einsicht, dass es in manchem Stadtsäckel mau aussieht, ist auch bis nach Scheibe-Alsbach gedrungen. Und so freue man sich ebenso über die 150 Euro von Schalkau wie über die größere Summe von Goldisthal. Man würde sich auch eine bessere Unterstützung durch das Landratsamt wünschen, war der eigentliche Tenor. In der jetzigen Situation fühlen sich die Kameraden am Rande des Kreisgebietes etwas verlassen und vergessen.
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| Der Geländewagen ist so ausgelegt, dass darin auch ein Verletzter abtransportiert werden kann. |
Ohne die Unterstützung des DRK-Kreisverbandes würde gar nichts gehen. Dieser hat den größten Teil der rund 20 000 Euro für das Fahrzeug getragen.
Allerdings ist noch der Spezialausbau, Blaulicht, Funktechnik und Ausrüstung erforderlich: „Dabei helfen uns zwei Sonneberger Firmen“, sagt Konni Lutter und bedankt sich bei Brakom und Stephans Forstmaschinen. „Wir sind froh über diese engagierte ehrenamtliche Truppe“, versichert Christine Doktorowski, die Referentin im DRK Sonneberger Kreisverband und lobte besonders den Einsatz der Jugend.
Zusammenarbeit mit SV 08 Ski weiter ausgebaut
Nun gab es die Bitte der Wintersportler, dass für Ihre Trainer ein Kurs in Erster Hilfe durchgeführt werden soll.
Durch die Bergwacht wurde dieser organisiert und durch Kameradin Simone Leuthäußer vom Ausbilderteam des Kreisverbandes in der Schutzhütte in Scheibe-Alsbach durchgeführt.
Hiermit nochmals Danke an Simone
Kindergarten zu Besuch

Zur Wanderung hatte wieder einmal der AWO-Kindergarten „Haus der kleinen Strolche“ Groß und Klein eingeladen. Treffpunkt war der Sportplatz Steinheid. Von dort setzte sich die Truppe in Bewegung und wanderte über Limbach zum Stausee in Scheibe-Alsbach. Weiter ging es dann zur Bergwacht-Hütte, wo die ca. 100 Gäste bereits von den Kameraden erwartet wurden. Bei Bratwürsten, Getränken und Unterhaltung vergingen die Stunden im Fluge.
Für die Kleinen hatten sich Maritta, Jutta und Ingelinde noch einige Spiele ausgedacht.
Ausbildung der besonderen Art
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Theoretische und praktische Sägenausbildung
Eine nicht alltägliche Ausbildung fand in der Schutzhütte statt. Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren Steinheid und Neuhaus und der Bergwacht-Bereitschaften Lauscha und Scheibe-Alsbach trafen sich zum erlernen des Umganges mit einer Kettensäge.
Der Lehrgang fand in Zusammenarbeit des Forstamtes Neuhaus und der Forstschule Gehren statt. Theorie galt es sich in der Schule anzueignen und dann in der Praxis im Wald umzusetzen.
Dabei wurden zahlreiche Kenntnisse durch die Forstmeister vermittelt.
Die Teilnehmer möchten sich auf diesem Wege nochmals bei Rüdiger und Jürgen recht herzlich bedanken.
Lauer Winter reißt Loch in die Kasse - aus dem Freien Wort vom 21.04.2008
Geänderte Rahmenbedingungen machen der Bergwacht-Bereitschaft Scheibe-Alsbach zu schaffen
Von Redaktionsmitglied Andreas Beer
Die Vermisstensuche löste sich bekanntlich im Guten auf: Ein Wanderer informierte die Polizei, nach vier Stunden fielen die Kinder erschöpft, aber glücklich den Eltern in die Arme. Es war einer der spektakulärsten Einsätze im Dienstgeschehen der Scheibe-Alsbacher Bergwacht-Bereitschaft im vergangenem Jahr. Kameradschafts-Chef Konni Lutter ging darauf aber nur am Rande ein, als er am Samstag, anlässlich der Jahreshauptversammlung seinen Rechenschaftsbericht verlas. Allein einen Fakt formulierte er aus: Keiner der Beteiligten wolle für die Vermisstensuche Geld. Aber, dass auch strukturell nichts rüberwächst für den Einsatz von Technik oder Team, das gehe auch nicht an, seufzte Lutter.

Zu den eher vergnüglichen Anlässen, zu den die Scheibe-Alsbacher ausrückten, gehörte in diesem Winter ein Ritt mit dem Motorschlitten durch die verschneite Landschaft mit den Steinheider Kindergartenkindern. Solche Aktionen solle es auch weiterhin geben, so Bergwacht-Chef Konni Lutter. Auch wenn die Ausgaben fürs Benzingeld schmerzen, tue Nachwuchsarbeit Not. Fotos: camera900.de/Beer
Bergwachtbereitschaften vorzuhalten gehört bekanntlich nicht zu den Pflichtaufgaben einer Mittelgebirgskommune. Wünsche an Ortsräte und Bürgermeister um Unterstützung bleiben daher vielfach ohne jegliches Echo. Bittbriefe an die Gemeinden im Dienstgebiet der 31-Mann-Truppe jedenfalls blieben vergangenes Jahr oft unbeantwortet, oder sie bescherten, wie im Fall Mengersgereuth-Hämmern oder Siegmundsburg, nur eine kleine Anerkennung. Lutter hofft deshalb weiter auf einen geänderten Status der Bergwacht-Bereitschaften: „Wir brauchen eine Klärung der finanziellen Abrechenbarkeit von sonstigen Einsätzen, wie zum Beispiel der Vermisstensuche. Schade ist, dass sich jeder freut, dass es uns gibt und, dass wir überall helfen. Aber wenn wir Hilfe brauchen, ist selten jemand da. Da zählen Wellenlänge, Parteifreunde usw. mehr, als die Rettung von verletzten Menschen. Für unsere Arbeit brauchen wir eine Rechtsgrundlage, sprich einen Vertrag mit dem Rettungsdienstzweckverband um unsere Einsätze weiter abrechnen zu können.“

Technikwart Chris Wurmehl stellt das „Sorgenkind“ der Bergwachtbereitschaft vor. Der 13 Jahre alte Jeep gehört ausgemustert.
Geldfragen prägten den weiteren Lauf der Veranstaltung im Domizil der Retter, der Bergwachthütte in Scheibe-Alsbach, am Samstag noch in besonderem Maße. „Unsere Aufgaben finanzieren wir aus unseren Einsätzen und Absicherungen“, erinnerte der 38-Jährige. Da aber gerade der Winter 2006/2007 von rau auf lau umschaltete, halbierte sich auch die Zahl abrechenbarer Einsatzstunden in der Skiarena.
Obendrauf kommen Einbußen infolge ausgefallener Veranstaltungen (siehe auch nebenstehenden Infokasten). Die schneefreien Winter, sie reißen Löcher in die Kameradschaftskasse. „Erstmals musste im letzten Jahr ein Finanzierungsantrag an den Kreisverband gestellt werden, damit wir den Gastank für die Hütte füllen konnten. Durch den schlechten Winter fehlten uns dafür einfach die Mittel.“
Auch an andere Stelle macht sich Aderlass bemerkbar. Deutsches Rotes Kreuz, dem die Bergwacht zugeordnet ist, und das Suhler Institut für Transfusionsmedizin gehen bekanntlich seit zwei Jahren getrennte Wege in Sachen Blutspende. Die Termine abzusichern lohnt kaum noch den großen personellen Aufwand.
Beim Konkurrenzkampf hat offensichtlich das Suhler ITM, das Spendern ihre Großzügigkeit bar vergütet, die Nase vorn und das DRK das Nachsehen. Lutter: „Die Zahlen sind total in den Keller gerutscht. Der Übergang vom ITM zum DRK-Blutspendedienst ist in unseren Orten total schiefgegangen. Dies belegen die Zahlen. Drei Spender bei vier Mann von uns plus Abnahmeteam sind nicht zu akzeptieren. Wie lange Scheibe und Steinheid als Spendeort gehalten werden kann, ist offen.“
Vielleicht, so Lutter, bringe es nun etwas, wenn künftig nicht mehr in die Steinheider Grundschule, sondern in Kürze ins Mutter-Kind-Kurheim zur Spende gebeten wird.
Der Zangengriff aus sinkenden Einnahmen und Anforderungen ans Einsatzgeschehen jedenfalls macht sich bereits deutlich bemerkbar. Es sei derzeit undenkbar, verschlissene Dienstkleidung zu ersetzen. Noch drängender ist aber die Frage, wann der überalterte Jeep ersetzt wird. Der 13 Jahre alte Dienst-Opel ist nur noch bedingt einsatzfähig: Das Blaulicht muckt erst wieder, wenn es zuvor einige kräftige Streicheleinheiten mit der flachen Hand bezogen hat, aus der Funkanlage ist jeder gute Geist gewichen.
Entsprechend hoch pegelt die Zahl an Stunden, die die Ehrenamtlichen damit zubringen, selbst besorgte Ersatzteile in Eigen-Reparatur einzubauen. Letzter Sachstand, so Lutter, ist, dass der Sonneberger DRK-Kreisverband für den Ersatz des Jeeps Mittel eingestellt habe. Ihm sei aber signalisiert worden, der Freistaat müsse erst noch Lottomittel freigeben um die Finanzierung rund zu bekommen.
Im Großen und Ganzen zeigte sich Lutter aber zufrieden mit dem Stand der Technik, den die Scheibe-Alsbacher vorhalten können. Drei Motorschlitten sind im Einsatz, zwei davon konnten durch großzügige Einzelspenden von Martina Stauch, Falk Pommer und Thomas Blechschmidt erneuert werden. „Durch die Unterstützung war es möglich, die Schlitten zu beschaffen. Sonst wären wir noch heute auf die alten Buran angewiesen. Schade ist, dass wir keine weitere Unterstützung erhalten haben. Von der Beschaffung über die Finanzierung bis zum Transport waren wir auf uns alleine gestellt. Es gibt aber auch andere Beispiele im Kreis.


