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Freies Wort vom 06.03.2013 -Pistenspaß im größten Skigebiet Thüringens

Freies Wort vom 06.03.2013 -Pistenspaß im größten Skigebiet Thüringens

Das erste Wochenende im meteorologischen Frühlingsmonat brachte den Betreibern der Skiarena "Silbersattel" in Steinach einen wahren Ansturm an Gästen.

Steinach - "Es ist Feierabend!" - so erklang es am vergangenen Samstag gegen 16.30 Uhr von der Bergstation der Skiarena Silbersattel auf 840 Meter Höhe. Ein herrlicher Wintertag mit viel Sonne, die sich wohl ein jeder nach den vielen trüben Wochen ersehnt hat und dazu obendrein einen Weitblick ins Frankenland bot, neigte sich seinem Ende entgegen. Insgesamt nutzten an diesem Tag 842 Skifahrer das Angebot des größten Skigebiets Thüringens. Bei einer Tageshöchsttemperatur von 1,5 Grad Skispaß für Alt und Jung.

Die sich wohl am vergangenen Wochenende besonders über den Sonnenschein freuten, waren die Teilnehmer der Norddeutschen Meisterschaften im alpinen Skisport, an denen ebenso Skisportler aus anderen Bundesländer teilnahmen, um schließlich auch am DSV-Punkterennen dabei zu sein. "Ich vermute, dass wir heute noch mit mehr Zulauf hätten rechnen können, wenn nicht der Wettbewerb an diesem Wochenende veranstaltet worden wäre. Natürlich sind solche Veranstaltungen in Steinach eine feste Größe", erklärt Uwe Hutschenreuter, staatlich geprüfter Skilehrer und Leiter der Ski- und Snowboardschule am Silbersattel in seiner Funktion als Leiter der Skiausleihe. "Es hat eben alles seine Vor- und Nachteile", legt er betreffs der zahlreichen Termine nach, wobei der Werbeeffekt dieser Teilnehmer sicher äußerst positiv zu sehen ist. Die Skiausleihe eines Tettauer Sportgeschäfts habe an so einem Tag gut 200 Besucher mit einer Skiausrüstung ausgestattet. Dann hätten fünf bis sechs Leute gut zu tun, so Hutschenreuter weiter.

Heidi Greiner (45) aus Ernstthal hatte gut 20 Jahre mit Skifahren ausgesetzt. Vor zwei Jahren ist sie allerdings wieder auf den Geschmack gekommen und lässt seitdem keine Gelegenheit mehr aus, die Bretter anzuschnallen, wenn es die Bedingungen zulassen. "Ich habe schon als Kind das Skifahren gelernt, wie jeder es in Ernstthal, in der Schule und daheim gezeigt bekommt", berichtet sie. Sie bedauert, dass nicht mehr Einheimische hierher kommen. "Nicht jeder hat solche optimalen Bedingungen quasi vor der Haustür."

Nicht allein das schöne Wetter hat die Ernstthalerin auf die Piste gerufen. "Hätte es heute keine Sonne gegeben, wäre ich trotzdem in die Skiarena gekommen", gesteht sie, auch wenn es sie ab und an nach Österreich zieht. Prinzipiell sieht sie sich aber in Ernstthal am Lift oder eben in Steinach.

Aus Bad Tennstedt, der kleinen Kurstadt im Unstrut-Hainich-Kreis im Norden Thüringens, fanden Jörg Fischer (48) und Lothar Brand (55) den Weg zur Skiarena. "Wir sind das erste Mal hier und es gefällt uns hier sehr gut", bekennen die beiden Männer. Sie beteuern, dass sie unbedingt das nächste Jahr wieder hier sein werden. "Das hätten wir so nicht erwartet", bekräftigen sie ihren durchweg positiven Eindruck. Erstaunt waren sie unter anderen über die guten Wintersportbedingungen hier und die Resonanz am Silbersattel. Gute Pisten, zufrieden stellende Verpflegung und auch den Service der Skiausleihe erwähnen sie lobend.

Ein kleiner Knirps kommt auf der roten Piste zur Mittelstation herunter gebraust, um flugs mit dem Papa wieder per Sessellift nach oben gebracht zu werden. Gerne halten Vater und Sohn mal für einen Moment inne, um sich zu vorzustellen und zu berichten, was sie an den Rennsteig zieht. André Buhle (39) und sein Stammhalter Eric kommen aus Leipzig. Das zweite Wochenende hintereinander per Kurztrip von Freitag an. Eric ist erst sieben Jahre alt und steht schon seit vier Jahren auf den Latten. Das Skifahren hat er in Österreich erlernt. Auf seinem blauen Skihelm steht "Eric" zu lesen und ist scheinbar ein Souvenir aus dem Ösi-Land.

"Wir waren auch schon im Sommer hier am Rennsteig", platzt André Buhle heraus und schwärmt von den Ausflügen zur Oberweißbacher Bergbahn und seinen Einkäufen von Weihnachtsbaumschmuck im Winter. "Ja, in Seiffen", will der Dreikäsehoch ergänzen und zeigen, dass er mitreden kann. Vater André verbessert Erics Irrtum nachsichtig. Vor einer Woche seien sie das erste Mal nach Steinach gekommen. Das war gewissermaßen ein "Ausweichmanöver", denn die Leipziger hatten sich eigentlich für Oberwiesenthal entschieden. "Dort war es zu voll. Über die Webcam in der Skiarena habe ich mich für die Skiarena in Steinach entschieden", berichtet Buhle Senior und ist voll des Lobes. Demnach sei wohl alles top. In der Vorwoche übernachtete man in Neuhaus und nun in unmittelbarer Nähe der Skiarena.

Die rote (mittel) und die schwarze Strecke (schwer) haben die Zwei zusammen bewältigt. "Auf der schwarzen Piste hat es ihn ausgeschenkelt", verrät der Vater schmunzelnd und wenn man den kleinen Schelm mit seinem großen Helm und der Skibrille sieht, weiß man, dass es ihm nichts ausmacht, wenn er mal in der weißen Pracht landet. "Wir kommen bestimmt wieder", verspricht Papa Buhle und schon geht es zum Sessellift zur nächsten Tour, die über 640 Metern bei 30 Prozent Gefälle ins Tal führt.

Die Leute von der Bergwachtbereitschaft Scheibe-Alsbach stehen täglich ihren Mann, wenn die Skiarena geöffnet hat, bestätigt Christopher Reißmann aus Steinheid, der seinen ehrenamtliche Tätigkeit bei den Bergwachtlern ausübt. "Wir sind mindestens mit zwei Leuten vor Ort", sagt er und dass sie auch die Wettbewerbe hier mit absichern. Am Ende des Tages resümieren die Kameraden der Bergwacht über einen Patienten, der sich mit Kreislaufbeschwerden in ärztliche Behandlung begeben musste. Die Männer kennen aber auch andere Tage. Seit dem 1. Januar 2013 haben sie 51 Versorgungen geleistet, sechsmal wurde der Notarzt gerufen, 21 Transporte gab es in die Klinik und zweimal kam der Rettungshubschrauber zum Einsatz. Der Leiter der Bergwachtbereitschaft Scheibe-Alsbach, Konni Lutter, teilt mit, dass sein Team bisher in diesem Winter insgesamt 220 Stunden vor Ort gewesen sei.

Wie von den Mitarbeitern des Liftbetriebs zu erfahren war, sind es wohl überwiegend Gäste aus Oberfranken, die die Skiarena in Steinach besuchen. Und selbst Schulklassen, wie die am vergangenen Donnerstag aus Kulmbach, sehen den Silbersattel als geeignete Lokalität, um die Schüler mit dem Wintersport vertraut zu machen. Da werden Stimmen laut, warum denn die hiesigen aus nächster Nähe unbedingt nach Österreich müssten, um Skifahren zu lernen. Dort könnten sie doch auch dann noch hin, wenn sie schon soweit sind, dass sie sicher auf den Brettern stehen.

Warum in die Alpen?

Beispielsweise hätte Neuhaus einen Lift, der sich dazu eigne, Schülern das Skifahren zu lernen. Oder sichern Lehrer sich damit einen Winterurlaub? Solche und ähnliche Fragen hört man aber nicht nur an den Pisten der Steinacher Skiarena, sondern auch anderswo.

Wie die Resonanzen bei dieser spontanen Umfrage zeigen, gibt es jedoch eindeutige Bekenntnisse pro Silbersattel, was nicht heißt, dass es nicht noch Hinweise zu Verbesserungen gäbe. Beispielsweise sieht mancher keinen Sinn darin, warum man unbedingt eine Art "Schneepiste" erhalten muss, um von der Mittelstation per Ski zu den Parkplätzen zu gelangen und umgekehrt. Vielmehr könnte das eine Menge Parkmöglichkeiten ergeben, damit man die, die deswegen den Rückzug antreten, auch noch gewinnt.

Text von Norbert Kleinteich.

Bergretter: Investition nötig

Bergretter: Investition nötig

Mit einer großen Übung haben acht Bergwachten der Region die Evakuierung des Fallbachliftes am Oberhofer Alpinehang geprobt. Ihr Fazit: Es sollte weiteres Rettungsgerät angeschafft werden.

Von Heike Jenzewski

Oberhof - Innerhalb von 100 Minuten hatten die Bergretter am Samstag 25 Fahrgäste des Fallbachliftes aus ihrer misslichen Lage befreit. Im Falle eines technischen Defektes und Stillstandes der Anlage sollte ein Lift in zweieinhalb Stunden beräumt sein, nennt Rainer Mahn von der Oberhofer Bereitschaft einen Richtwert für Liftbetreiber. Also alles gut?

Nicht ganz. Drei Rettungsgeräte hat der Betreiber des Fallbachliftes, die Tourismus GmbH, vor Ort stationiert, alle drei waren am Samstag im Einsatz. Sind mal nicht nur 19 Sessel besetzt so wie bei der Übung, sondern bergseitig alle 40, dann reicht das nach Ansicht der Einsatzleiter, Daniel Fritzsche und Rainer Mahn, nicht aus. "Es gibt zwar keine Rettungsfristen, aber es geht um Leib und Leben", so Mahn. Die Empfehlung, die die beiden Oberhofer geben werden: noch mindestens zwei Rettungsgeräte im Wert von je etwa 1000 Euro anschaffen. Fritzsche, Leiter der Bereitschaft Oberhof, kann sich auch vorstellen, dass sich an der Investition das Thüringer Wintersportzentrum als Betreiber des Liftes an der Schanzenanlage im Kanzlersgrund beteiligt. Dort gebe es bislang gar keine Rettungssysteme beziehungsweise nur Leitern. Wenn es nach den Bergwachtlern geht, die im Ernstfall an beiden Orten zum Einsatz kommen, sind hier wie da Geräte stationiert, mit denen sie schnell und effektiv arbeiten können.

Realitätsnah geübt

Darüber hinaus zieht die Einsatzleitung ein positives Fazit. "Wir haben relativ realitätsnah mit vielen besetzten Sesseln üben können. Wir haben im Ablauf festgestellt, was verbessert werden muss und was wir vielleicht anders organisieren können. Ich bin froh, dass alles so gut geklappt hat", äußerte sich Rainer Mahn kurz nach dem Mittag, als alle "Opfer" geborgen waren. Allesamt Nachwuchsmitglieder (oder angehende) der Bereitschaften Zella-Mehlis und Oberhof. So wie Sven Schubert aus Erfurt, der sich mit dem Gedanken trägt, bei der Bergwacht mitzumachen. Hier wollte sich der 21-Jährige mal von den Aufgaben ein Bild machen. Auch Richard Willing aus Oberhof saß auf einem des Sessel und wurde, endlich wieder am Boden, von Kameraden aus Reichenhausen in Empfang genommen und versorgt. Natürlich tat dem 13-Jährigen nichts weh, aber es sollte ja alles so praxisnah wie möglich ablaufen. Das Abseilen hat er sich schlimmer vorgestellt, zeigt sich Richard nach der Übung einigermaßen erleichtert.

Dafür mussten sich die Retter zunächst auf die Liftstützen begeben, erläutert Fritzsche, Referent der DRK-Bergwacht Thüringen den Einsatz. Von dort werden sie übers Tragseil des Liftes an den Sessel herangezogen, immer talwärts. Die Personen auf dem Sessel müssen abschließend mit einem Gurt gesichert und abgelassen werden.

Noch zwei Optionen

Bei Normalbetrieb im Winter sind die 40 Sessel bergseitig besetzt, maximal 80 Personen müssen also evakuiert werden. Sollte dieses Szenario eintreten, haben die Bergretter zum Glück neben der Anforderung von Gerät anderer Bereitschaften noch zwei Optionen. Eine davon, die Rettung über die Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Oberhof, wurde am Samstag vom Gelände der Rennschlitten- und Bobbahn aus getestet, der Korb zur Bergung bis an den Sessellift ausgefahren. Eine weitere Option ist Daniel Fritzsche zufolge der Einsatz eines Sprungkissens der Feuerwehr. Das kann aber nur im Winter bei Schnee und auch nur mit Puppen geübt werden. "Damit könnten wir vielleicht den oberen Teil beräumen, in dem sich der Funpark befindet."

Hartmut Koch, stellvertretender Bereitschaftsleiter der Bergwacht Zella-Mehlis, fand für den Einsatz nur lobende Worte. Seine sieben Kräfte waren gemeinsam mit Gehlberger und Goldlauterer Kameraden zwischen den Stützen 6 und 5 im Einsatz. Außerdem stellten die Zella-Mehliser zehn "Fahrgäste" aus den Reihen ihres Nachwuchses. "Das war top organisiert. Wir führen ja oft kleinere Übungen durch. Aber es war gut, jetzt mal in einer so großen Runde mit vielen Bergwachten alles zu trainieren", sieht sich Koch gut für den Ernstfall aufgestellt. Und auch für Alex Lenhard, Leiter der Bergwacht Reichenhausen, war die Teilnahme an der Übung keine Frage. Zwar bildet seine Bereitschaft mit Oberhof und Zella-Mehlis im Winter eine Dienstgemeinschaft und sei oft am Fallbachlift oder zur Absicherung von Großveranstaltungen in Oberhof dabei. Aber sich auf einen Notfall einzustellen, sei noch mal was anderes. "Da muss jeder wissen, was zu tun ist", so Lenhard.

An den Grenzen der Belastbarkeit

An den Grenzen der Belastbarkeit

Die Situation in den ostdeutschen Hochwassergebieten lässt auch den Helfern aus dem Landkreis Sonneberg keine Atempause. Am Wochenende wurden sie wieder in Marsch gesetzt - dieses Mal in Richtung Magdeburg.

Sonneberg - Am Samstagabend war das Wochenende für knapp zwei Dutzend ehrenamtliche Helfer aus dem Landkreis Sonneberg beendet. Pünktlich eine Woche nachdem zuletzt der Katastrophenschutz-Zug in Richtung Ostthüringen in Marsch gesetzt wurde, mussten dieses Mal zumeist Mitglieder des Roten Kreuzes und der dem Sozialverband angeschlossenen Bergwachten ran. Alarmiert wurden zum Beispiel die Angehörigen des DRK-Sanitätszugs aus Steinach oder des Versorgungszugs aus Oberlind.

Sammelpunkt der Retter war an der SBBS in Steinbach. Von dort ging es gegen 21 Uhr gen Sachsen-Anhalt. Mit sechs Fahrzeugen setzte sich der Konvoi in Bewegung und war die ganze Nacht unterwegs. 21 Freiwillige zählten zur Besatzung, darunter Angehörige der Bergwachten aus Scheibe-Alsbach und Lauscha, sowie von den beiden Sanitätsbereitschaften aus Steinach und Sonneberg. Auch Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren aus Ernstthal und Effelder waren an Bord. Da die Feuerwehr in Effelder bestens ausgebildete Sanitäter in ihren Reihen zählt, wurden diese dem DRK-Zug unter der Leitung von Andy Söllner zugeordnet.

Der Stadt Wittenberge im Kampf gegen das Hochwasser beizustehen lautete hingegen die Herausforderung an die Feuerwehr Sonneberg-Mitte, die am Wochenende mit einem FL 16 bei der Deichsicherung aushalf.

Hilfe bei der Evakuierung

In Sachsen-Anhalt war es vor allem die merkwürdige Ungleichzeitigkeit der Eindrücke, die mancher Ehrenamtliche kaum überein bekam: Einmal strahlend-blauer Himmel, andrerseits eine lebensbedrohliche Hochwasser-Situation. Dem Kaiserwetter stand stets die Katastrophe zur Seite - die Wucht anrollender Wassermassen und brechender Deiche.

Diese Katastrophen-Schützer aus dem Landkreis unterstützten am Sonntag die Evakuierung eines größeren Stadtteils in Magdeburg. Foto: Rempel "Hier brennt die Sonne und hier brennt die Luft", übermittelte das Bergwacht-Quintett aus Scheibe-Alsbach zum Beispiel am frühen Nachmittag des Sonntag einem daheim Gebliebenen. Zu diesem Zeitpunkt war gerade die Evakuierung eines größeren Stadtteils von Magdeburg angeordnet worden, bei der Sonnebergs DRKler die Regie übernehmen sollten. "Man macht sich keine Vorstellungen, was hier abgeht. Das sind ja fast kriegsähnliche Zustände. Die Menschen drehen frei, überall herrscht Panik", übermittelte um kurz vor 14 Uhr Ronny Söllner per Handy an Freies Wort. Der Einsatzleiter des DRK-Zuges sagte, er rechne jetzt jeden Moment mit dem Marschbefehl. So sollten die Sonneberger mit anderen Hilfskräften einen größeren Verband bilden, um dann einen vom Hochwasser überfluteten Wohnbezirk zu räumen.

Man sei die ganze Nacht über in ständiger Abrufbereitschaft gewesen, so Söllner. "Uns sitzt hier natürlich ein möglicher Dammbruch im Nacken. Wir müssen also dauernd dafür Sorge tragen, im Notfall sofort flüchten zu können, bevor das Wasser kommt." Von daher mochte Söllner das Risiko nicht kleinreden. Eigensicherung ist erste Pflicht, damit am Schluss alle körperlich unbeschadet wieder nach Hause kommen. "Wir beten und hoffen, dass wir vielleicht schon am Dienstag wieder abrücken dürfen", so Söllner gegenüber Freies Wort.

Der "Außeneinsatz" der Sonneberger war am Wochenende Teil einer größeren Hilfsaktion. Um die 1000 Helfer entsandte der Freistaat ins Nachbarland.

"Eine extreme Situation"

Das Aufeinandertreffen einer sich zuspitzenden Katastrophe im Norden Deutschlands und die diversen Einsätze am Wochenende in heimischen Gefilden? Mario Ambrosius spricht von einer extremen Situation. Einerseits, so Sonnebergs Kreisbrandinspektor, ist gerade der Katastrophenschutzzug aus Bad Köstritz zurück gekehrt.

Andererseits wäre eine neuerliche Mobilisierung für den Katastrophenfall in der Elbstadt sicher eine gern angenommene Hilfe gewesen. "Doch man kann sich das Personal ja nicht aus den Rippen schwitzen. Wenn die Leute gerade eine Woche unterwegs waren, da klatscht nicht jeder Arbeitgeber Beifall, wenn er hört, seine Leute sind womöglich schon wieder weg."

Von daher wurden nach Magdeburg vorrangig DRKler entsandt. Und als Resümee eines Wochenendes mit Starkregen und Unwetter am Sonntagmittag bzw. eines Großbrandes im Sonneberger Stadtgebiet in den frühen Morgenstunden?

"Das zehrt natürlich an den Nerven unserer Leute", so Ambrosius. Mancher Freiwillige hatte schon am vergangenen Wochenende bis zum Umfallen seinen Mann gestanden in Bad Köstritz. Dazu kommen nun die Einsätze im Landkreis.

"Man kommt an seine Grenzen, das zeigt sich deutlich ", so Ambrosius. Dass solche Dopplungen bei der Beanspruchung der Freiwilligen eintreten, davon sie ja immer wieder theoretisch die Rede gewesen in der Vergangenheit. "Nun haben wir die Situation."

Freies Wort vom 06.03.2013 - Retter wetteiferten um Sekunden

Freies Wort vom 06.03.2013 - Retter wetteiferten um Sekunden

Bergwacht-Bereitschaften aus ganz Thüringen ermittelten kürzlich am Pappenheimer Berg ihre Schnellsten auf der Piste.

Ernstthal am Rennsteig - Vor dem Wettkampf musste der Ackja ebenso wie die Teilnehmer erst einmal den Pappenheimer Berg hinauf. Wer Mitglied der Bergwacht wird, übernimmt eine verantwortungsvolle ehrenamtliche Tätigkeit, bei der sich andere Menschen in Notsituationen voll auf ihn verlassen. Ganz besonders anstrengend ist es, wenn im Winter, unter möglicherweise äußerst ungünstigen Witterungsbedingungen, Verletzte in schwierigem Gelände geborgen werden müssen. Auf derartige Situationen bereiten sich die Bergwachtkameraden nicht nur mit einer fundierten theoretischen Ausbildung in Erster Hilfe und Sanitätsdienst vor. Auch körperliche Fitness ist unumgänglich, und so gehören unter anderem alpines Skifahren und Langlauf zum Übungsprogramm.

Um ihr diesbezügliches Können unter Beweis zu stellen, treten seit sieben Jahren Kameraden aus Bereitschaften in ganz Thüringen einmal jährlich zum Torlauf der Bergwachten an. Dabei werden im Wechsel in Oberhof, Steinach oder Ernstthal die Geschwindigkeit beim Einzelrennen und Teamwork beim Transport eines (fiktiven) Verletzten mit dem Ackja-Rettungsschlitten getestet, war von Daniel Fritzsche, Referent Bergwacht beim DRK-Landesverband Thüringen, zu erfahren.

Lauscha als AusrichterLetzte Informationen vor dem Start.

In diesem Winter hatte man sich für den Hang am Pappenheimer entschieden. 40 Teilnehmer aus insgesamt zehn Bergwachtbereitschaften Thüringens waren zum Wettkampf angereist, aus Steinbach, Oberhof, Gehlberg, Gräfenroda, Masserberg, Gießübel, Meuselbach, Scheibe-Alsbach, Sonneberg und Lauscha. Die Kameraden aus der Glasbläserstadt um Bergwachtleiter Stephan Kristen hatten den Torlauf mit viel Engagement vorbereitet. Gestartet wurde in sechs Altersklassen. Dabei war die jüngste Teilnehmerin, Chiara Hirschmann aus Gehlberg, gerade einmal sechs Jahre alt, während als Ältester Oskar Seifferth aus Masserberg mit über 75 Jahren ins Rennen ging. Alle zeigten beachtliche Leistungen, trotz Wind, Schneefall und eisiger Kälte. Im Zweierteam ging es mit Rettungsgerät und einzeln ohne selbiges den Hang hinab.

Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen. Sie beweisen: Wenn - wie schon häufig in diesem Winter - Verletzte auf den Skipisten Hilfe brauchen, sind die Kameraden zuverlässig und fit für den Ernstfall gerüstet - und das "bei jedem Wetter ...", wie es im Leitspruch der Bergwacht heißt.

Text und Bilder von Doris Hein

SAN-Ausbildung in Scheibe-Alsbach

SAN-Ausbildung in Scheibe-Alsbach

Zur San-Ausbildung treffen sich zur Zeit die neuen Kameraden in unserer Hütte. Unter Anleitung von Kam. Rene Lehmann erhalten sie die für unsere Arbeit wichtigen Kenntnisse in der Versorgung, Wiederbelebung und Transport von verletzten Personen. Nach Prüfung auf diesem Gebiet beginnt dann die Vorbereitung auf die Prüfungen zum aktiven Bergwachtkameraden.
 

Freies Wort vom 05.03.2013 - Noch kein Frühling für die DRK-Bergwachtler

Freies Wort vom 05.03.2013 - Noch kein Frühling für die DRK-Bergwachtler

Sponsoren sorgen für neue Einsatzbekleidung für die Bergwacht-Bereitschaft Scheibe-Alsbach im Wert von 18 000 Euro.

Einsatzbekleidung im Wert von 18 000 Euro erhielten am Freitag die derzeit 16 Mitglieder der Bergwachtbereitschaft Scheibe-Alsbach aus den Händen mehrerer Sponsoren. Foto: camera900.de Steinach/Scheibe-Alsbach - Trotz meteorologischen Frühlingsbeginns sind im Thüringer Wald noch keine T-Shirts angesagt. Das gilt umso mehr für die Kameraden der DRK-Bergwachten, die oftmals stundenlang in unwegsamem Gelände und bei widrigem Wetter im Einsatz sind. Für Rettungseinsätze ebenso wie für die Betreuung von Großveranstaltungen ist gute und zweckmäßige Einsatzbekleidung von hoher Wichtigkeit. Neben wärmender Softshell-Ober- und -unterbekleidung gehören auch die nachtleuchtenden, neongelben Einsatzhelme, Kletterschuhe und strapazierfähige Einsatzstiefel dazu. So trägt ein Bergretter heute hochwertige Ausrüstung im Wert von gut 1 100 Euro am Körper.

Die 16 Kameraden der Bergwacht Scheibe-Alsbach tun ihren verantwortungsvollen Dienst zwischen Neuhaus am Rennweg und Masserberg, aber auch bis hinunter nach Steinach mit der Skiarena "Silbersattel", überall dort, wo der normale Rettungsdienst im Gelände nicht mehr weiter kommt. Die alpine Skiarena ist eines der Haupteinsatzgebiete der Scheibe-Alsbacher, wo sich derzeit noch immer bei vollem Winterbetrieb die Skifahrer tummeln. Und genau dort wurde ihnen am Freitagnachmittag ein neues Bekleidungspaket aus den Händen der Sponsoren, der Sparkassen- und Finanzgruppe Hessen-Thüringen sowie der Sparkasse Sonneberg, übergeben.

Auch der Chef der Thüringer DRK-Bergwachten und Naturpark-Geschäftsführer Florian Meusel freut sich über die Unterstützung durch die regionalen Geldinstitute: "Wir sehen diese Hilfe durch die Sparkasse auch als Würdigung der ehrenamtlichen Arbeit, für die sich neben erfahrenen, älteren Kameraden auch zunehmend wieder mehr junge Leute engagieren. Sie brauchen diese neue Bekleidung dringend. Im Naturpark Thüringer Wald greift so professionelles und ehrenamtliches Engagement ineinander. Wir brauchen die Bergwacht nicht zuletzt auch deshalb, weil sie mit hohem Leistungsvermögen und guter Ausrüstung den Wintersportlern, Wandereren und allen, die in unwegsamem Gelände unterwegs sind, ein gutes Gefühl der Sicherheit vermittelt. Auch das gehört zu einer gastfreundlichen Thüringer-Wald-Region." il

Nachwuchsretter machen die Piste sicherer...

Nachwuchsretter machen die Piste sicherer...

An diesem Wochenende stellen sich 14 Bergwacht-Anwärter aus den Bergwachten Ellrich, Floh, Oberhof, Gehlberg, Gießübel, Masserberg,Lauscha und Scheibe-Alsbach den Prüfern des Landesausbilder-Team, um ihre Winterprüfung zu absolvieren. Alle Teilnehmer müssen im Praxisteil ihre Fähigkeiten bei der Versorgung eines gestürzten Skifahrers zeigen und ihn abtransportieren. 
Während beim Skitest die Fahrtechnik mit Alpinski geprüft wird, müssen im theoretischen Teil Fragen zur Winterrettung, Unfallkunde und Topographie beantworten werden.
Zusätzlich lernen alle an diesem Wochenende auch noch einiges dazu. Von den Ausbildern werden Seminare zu den Themen Wetterkunde, Sonder-und Wegerecht, Luftrettung und eine Einweisung im Umgang mit Motorschlitten und ATV angeboten.

 

Glückwunsch an unsere Anwärter Sebastian Kirchner, Norman Stollberg und Heinrich Meusel zu den bestandenen Prüfungen

Freies Wort vom 24.02.2013 - Winterferienzeit ist Hochsaison für Thüringer Bergwacht

Freies Wort vom 24.02.2013 - Winterferienzeit ist Hochsaison für Thüringer Bergwacht

Erfurt/Oberhof - Unfälle in den Langlaufloipen und auf den Skipisten des Thüringer Waldes haben der Bergwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Winterferienmonat Februar reichlich Arbeit beschert.

Allein in der Skiarena Silbersattel in Steinach mussten im Februar zwölf Menschen nach Unfällen in Krankenhäuser eingeliefert werden, sagte Bergwacht-Referent Daniel Fritsche auf Anfrage. «Es sind vor allem Snowboardfahrer, die sich beim Stürzen die Handgelenke brechen - das ist die klassische Snowboardverletzung.» Im Durchschnitt ereigneten sich in der Skiarena derzeit täglich zwei Skiunfälle. Nach den Beobachtungen der Einsatzkräfte sind die Winterferien dort in diesem Jahr unfallträchtiger als in der Vorsaison.

In Oberhof waren die Bergretter seit Jahresbeginn bei 17 Skiunfällen im Einsatz. Zehn verliefen so schwer, dass die Verunglückten im Krankenhaus behandelt werden mussten. Auch hier waren vor allem Snowboarder dabei. Im Raum Gehlberg wurden die Einsatzkräfte zweimal zu Langläufern gerufen, die trotz geringer Schneehöhen Skitouren unternahmen und sich bei Stürzen wegen des fehlenden Schneepolsters verletzten. Ein Problem seien vor allem die Tagestouristen, die sich ungeübt auf Leihskiern im Langlauf probierten, sagte Fritzsche.

In einigen Fällen war die Bergwacht in diesem Winter nach eigenen Angaben auch als Ersatz für den Rettungsdienst bei medizinischen Notfällen im Einsatz. Denn die für normale Straßenverhältnisse ausgerüsteten Rettungswagen waren den teils großen Schneehöhen nicht gewachsen. «Dann werden die Leute mit dem Rettungsschlitten oder auch einer Seilwinde abtransportiert», sagte Fritzsche.

Die DRK-Bergwacht unterhält 30 Bereitschaften mit rund 600 ehrenamtlichen Helfern im Thüringer Wald und den Thüringer Teilen von Rhön und Harz. Oberhof ist dort der einzige Wintersportort, in dem zwei hauptamtliche Retter im Einsatz sind. dpa

Einsatz in der Skiarena

Einsatz in der Skiarena

Zu zahlreichen Hilfeleistungen müssen unsere Kameraden in den letzten Tagen in der Skiarena „Silbersattel“ ausrücken. Viele Frakturen und andere Verletzungen müssen dabei versorgt und die Patienten mit dem Schlitten zum Sanitätsraum gebracht werden.

Einsatzfahrt in der Skiarena

Frohe Weihnachten

Frohe Weihnachten

 

Wir wünschen zum Weihnachtsfest,

dass es euch nur in Maßen stresst,

viel Harmonie und Muße schenkt

und auch mit Stille euch umfängt.

 

Mal ein, zwei Gänge runter schalten 

trotz allem Trubel inne halten.

 

Für jeden, der das manchmal tut

ist es für Leid und Seele gut.

Diese Wohltat und noch mehr

wünschen wir euch allen sehr!

 

Frohe Weihnachten und einen bruchfreien Rutsch ins Jahr 2013 wünschen 

Die Kameraden der Bergwacht Scheibe-Alsbach

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Bergwacht Scheibe-Alsbach

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