Helfen, wo sonst keiner hinkommt

Aus dem Freien Wort vom 19.11.2008

Der Vorsitzende des DRK Sonneberger Kreisverbandes Erwin Götz (l.)
überreicht dem Bereitschaftsleiter Konni Lutter den Schlüssel.

Kameraden in Scheibe-Alsbach nahmen neues Einsatzfahrzeug in Betrieb. 

Scheibe-Alsbach
 – Vor wenigen Tagen war es endlich soweit, die Kameraden der Bergwacht Scheibe-Alsbach konnten ihr neues Einsatzfahrzeug in Betrieb nehmen. Erwin Götz, Vorsitzender des DRK Sonneberger Kreisverbandes überreichte dem Bereitschaftsleiter Konni Lutter den Schlüssel.

Ein Geländefahrzeug musste es schon sein, denn schließlich kommen die Kameraden der Bergwacht dort zum Einsatz, wo meist ein normaler Rettungswagen nicht hinkommt. Das Einsatzgebiet reicht von Goldisthal über Masserberg bis hin zur Eisfelder Ausspanne, von Saargrund bis Effelder, Schalkau, Steinach und Steinheid. Fast ein Dutzend Gemeinden liegen im Zuständigkeitsbereich, viele Einsätze führen die Bergwachtkameraden auch zur Skiarena in Steinach, allein dort kommen in einer Saison rund 1500 Einsatzstunden zusammen. 

Allerdings stecken die Kameraden auch in einem gewissen Dilemma. Gesetzlich ist zwar eine Bergwacht vorgeschrieben, aber wenn es um die Finanzierung geht, fühlt sich niemand so recht zuständig. Für die Bergung eines Verletzten erhält die Bergwacht rund 51 Euro. „Das ist aber eine freiwillige Leistung der Krankenkassen“, erklärt Konni Lutter. Weiter sagte der Bereitschaftsleiter: „Es gibt auch Kassen, die die Zahlung ablehnen.“ 

Erfreut zeigten sich die Kameraden und DRK-Chef Götz über die Zuwendung der Gemeinde Goldisthal, „Mit 5 000 Euro hat sich Goldisthal an der Finanzierung des Fahrzeugs beteiligt“, erzählt der Vorsitzende. Enttäuscht zeigten sich die Kameraden, dass von den anderen Gemeinden nicht einmal eine Reaktion auf das Ansinnen der Bergwacht erfolgte. „Einzig die Stadt Schalkau hat uns noch mit 150 Euro unterstützt“, sagt Lutter erfreut. 

Dabei ging es den Kameraden keinesfalls nur um die großen Summen, die Einsicht, dass es in manchem Stadtsäckel mau aussieht, ist auch bis nach Scheibe-Alsbach gedrungen. Und so freue man sich ebenso über die 150 Euro von Schalkau wie über die größere Summe von Goldisthal. Man würde sich auch eine bessere Unterstützung durch das Landratsamt wünschen, war der eigentliche Tenor. In der jetzigen Situation fühlen sich die Kameraden am Rande des Kreisgebietes etwas verlassen und vergessen.

Die Kameraden begutachten das Fahrzeug. 
Der Geländewagen ist so ausgelegt, dass darin 
auch ein Verletzter abtransportiert werden kann.

Ohne die Unterstützung des DRK-Kreisverbandes würde gar nichts gehen. Dieser hat den größten Teil der rund 20 000 Euro für das Fahrzeug getragen. 

Allerdings ist noch der Spezialausbau, Blaulicht, Funktechnik und Ausrüstung erforderlich: „Dabei helfen uns zwei Sonneberger Firmen“, sagt Konni Lutter und bedankt sich bei Brakom und Stephans Forstmaschinen. „Wir sind froh über diese engagierte ehrenamtliche Truppe“, versichert Christine Doktorowski, die Referentin im DRK Sonneberger Kreisverband und lobte besonders den Einsatz der Jugend.