Rettungshundestaffel on tour…

Am 21.01.2006 um 6.00 Uhr morgens war es wieder so weit – ein Teil unserer Staffel machte sich auf den Weg auf die 10. Winter-Staffel-Fahrt nach Scheibe-Alsbach/Thüringen. Ausbildungsziele für die Woche waren neben der Verbesserung der Suchintensität und -kondition der Hunde die Vertiefung der einsatztaktischen Kenntnisse und Fähigkeiten der Hundeführer.

Nach einem kurzen Zwischenstopp mit Mittagessen in der Bergwacht-Hütte ging es – kaum an der Pension Arnika angekommen - auch schon los mit der ersten kleinen Trainingseinheit und der ein oder andere Mensch wie Hund war schon erstaunt wie tief man im Schnee einsinken kann. Petrus hatte es dieses Jahr wirklich gut mit uns gemeint!

Am Sonntag gegen 10 Uhr begann der erste Trainingstag - allerdings nicht ohne die obligatorischen Mobilitätsprobleme! Gerade losgefahren musste der Sprinter schon das erste Mal befreit werden. Endlich am Trainingsplatz angekommen ging es los mit dem Schneetraining: je nach Ausbildungsstand wurde mit den Hunden gespielt oder Verbellübungen bzw. kleinere Suchen gemacht. Daneben haben unsere Männer als Vorbereitung für den nächsten Trainingstag in den extra für uns aufgeschichteten Schneebergen Höhlen angelegt – je nach Beruf des Erbauers mit Feuerlöscher, Handy oder Innenanstrich versehen!

Montags gab es das erste Schneehöhlen-Training: Die Hunde sollten eine in der Schneehöhle eingegrabene Person finden und sich möglichst selbstständig durch den Schnee buddeln. Während sich die unerfahreneren Hunde anfangs noch etwas zögerlich zeigten, hatten die Profis sich in Windeseile ein Loch gegraben. Am Ende des Tages hatten aber alle Hunde die Technik raus. Nur einzelne konzentrierten sich lieber aufs Bellen und ließen ihren Hundeführer die Arbeit machen.

Dienstagnachmittag gab es für einen Teil der Gruppe die erste große Herausforderung. Anhand eines vorgegebenen Szenarios sollten Hund und Hundeführer ein 70*200m großes Areal selbstständig absuchen. Neben dem Einbrechen der Dunkelheit und dem Ausfall der Funkgeräte hatte jedes Team wohl noch mit der ein oder anderen Schwierigkeit zu kämpfen, sei es mit der Orientierung im unbekannten Gelände oder mit der korrekten Einweisung des Helfers. So war nicht nur das Führungsteam froh, als alle 5 Teams ihren Weg zurückgefunden hatten. In der Arnika gab es nach dem Abendessen eine ausführliche Nachbesprechung mit intensivem Erfahrungsaustausch bis spät in die Nacht.

Mittwochs hatten sich Hund und Mensch die Trainingspause am Nachmittag dann wohlverdient. Ein Teil der Gruppe besuchte Lauscha um sich die Arbeit der dortigen Glasbläser-Zunft anzuschauen während der Rest in der Pension entspannte.

Donnerstagfrüh gingen dann Mensch und Hund mit neuen Kräften wieder ans Werk. Ein weiterer Trainingstag am Gelände rund um den Stake-Out stand auf dem Plan. Dieses war im Laufe der letzten Tage schon fast unser zweites Zuhause geworden.

Umso erstaunter war ein Teil der Hundeführer als sie Freitagmorgen auf dem Weg zum Training bereits nach einigen hundert Metern am Dreistromstein mit dem Hinweis „Nehmt alles mit, was ihr für eine Suche braucht“ aus dem Sprinter aussteigen sollten. Eine weitere Überraschungs-Übung stand auf dem Plan! Die Gruppe sollte selbstständig die Wege zwischen Dreistromstein und Stake-Out nach drei vermissten Nachtwanderern absuchen. Natürlich war die Aufregung anfangs nicht nur bei den Hundeführern groß sondern auch bei den Hunden, die schließlich zum ersten Mal neben ihren Kollegen suchen sollten. Mit kleineren Hilfestellungen konnte die Gruppe aber die Aufgabe erfolgreich lösen. Aufgrund der Erfahrungen während der Übung standen in der anschließenden Nachbesprechung nicht so sehr einsatztaktische Fragen sondern Themen wie der Umgang des einzelnen mit Stress, die Kommunikation im Einsatzfall und Rettungshundearbeit als Teamarbeit im Vordergrund.

Abends gab es zum Abschied das traditionelle Würstchengrillen an der Bergwacht-Hütte. Nach reichlich Würstchen- und Kölschgenuss wurde wir mit dem regionalen Liedgut vertraut gemacht – auch wenn die ein oder andere Textzeile uns irgendwie komisch vorkam.

Am 28.01.2006 war leider die Woche wie immer viel zu schnell um. Nach einem letzten ausgiebigen Spaziergang durch die wunderschöne Schneelandschaft machten wir uns gegen Mittag wieder auf den Weg Richtung Heimat! Für alle war es eine anstrengende aber auch abwechslungsreiche und lehrreiche Woche in der man - allen voran die Junghundeführer - nicht nur viel dazu gelernt hat, sondern auch sich selbst, seinen Hund und die Gruppe in den unterschiedlichsten Situationen noch besser kennen gelernt hat.

Auf diesem Weg möchten wir uns noch einmal ganz herzlich für die Hilfe und Gastfreundschaft bei Konni und den anderen Bergwacht-Kameraden bedanken! Egal ob es um die Bereitstellung des Motorschlittens, das Freischieben unserer vielleicht nicht ganz so schneetauglichen Fahrzeuge/Fahrer, das Grillen bei Tiefschnee oder die musikalische und tänzerische Gestaltung des Abschlussabends geht, Ihr seid immer zur Stelle!