Übung in der Skiarena Steinach
Es ist Feitagabend gegen 19 Uhr. Eine weibliche Person begibt sich zu Fuß an den Steilhang der Skiarena Silbersattel. Am Rand möchte sie zur Talstation des Sesselliftes kommen und dann nach Hause. Doch bereits nach wenigen Metern wird dieses Vorhaben unterbrochen. Eine Skifahrerin verliert die Kontrolle über ihre Ski und fährt gegen die Person. Zeugen setzen einen Notruf an die Rettungsleitstelle Suhl ab.Steinach - Es könnte ein Ernstfall sein, doch es ist eine Übung der Bergwacht Scheibe-Alsbach des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Aber das spielt keine Rolle, denn Rettungskräfte müssen
immer vom Ernstfall ausgehen.
Um 19.08 Uhr löst die Rettungsleitstelle Suhl über die Funkmeldeempfänger Alarm für die Bergwacht-Bereitschaft Scheibe-Alsbach aus. Nach kurzer Zeit melden sich die Kameraden über Funk und werden über zwei verletzte Personen in der Skiarena Silbersattel informiert. Die verletzten Personen sollten sich im oberen Teil der bis zu 65 Grad steilen und vereisten „schwarzen Piste" befinden. Eine Einsatzgruppe begab sich daraufhin zum Einsatzort.
Während der Anfahrt der Bergwacht, welche vom Heimatort bis zum Einsatzort etwa 30 Minuten dauerte, wurde durch die Mitarbeiter der Skiarena bereits die Technik für die Rettung vorbereitet. So wird die Pistenraupe zum Steilhang gebracht, das Stahlseil befestigt und ein Motorschlitten mit einem Transporthänger für Verletzte bereitgestellt.Nach der Ankunft der Bergwacht-Kameraden weren sie mit den bekannten Informationen durch den Geschäftsführer der Skiarena, Gerhardt Müller, versorgt. Aufgrund der Steilheit und der vereisten Bedingungen ist ein Erreichen der Verletzten direkt vom Ende des Steilhanges aus nicht möglich, weshalb man sich unverzüglich dazu entschließt, mit dem Motorschlitten über die etwa zwei Kilometer lange Familienabfahrt zum Anfang des Steilhanges zu fahren. Von dort begibt sich ein Teil der Mannschaft zu
den Verletzten.
Bei den derzeit noch anhaltenden Minustemperaturen darfneben der gebotenen Sicherheit keine Zeit vergeudet werden, da es schon nach kurzer Zeit zu einer gefährlichen Unterkühlung kommen kann.
Ein Kamerad bereitet währenddessen gemeinsam mit den Mitarbeitern der Skiarena die technische Rettung vor. Der Anhänger des Motorschlittens wurde an der Pistenraupe befestigt und diese fährt dann rückwärts bergab zu den Verletzten. Bei den Verletzten angekommen, wird immer zuerst die Unfallstelle gesichert und der Bewußtseinszustand der Verletzten durch erstes Ansprechen überprüft. Nach ersten wärmeschützenden Maßnahmen stellen die Bergwachtler im Gespräch fest, dass eine Verletzte Symptome einer Wirbelsäulenfraktur und die zweite eine Arm- und eine Beinfraktur aufweisen.
Mit einer Schaufeltrage wird die wirbelsäulenverletzte Person zur Pistenraupe gebracht und auf einer Vakuummatratze auf dem Verletztenanhänger gelagert. Dabei müssen die Mitarbeiter der Skiarena und die Bergwacht-Kameraden eng zusammenarbeiten, um die verletze Person über den vereisten Steilhang sicher an die Raupe zu bringen. Mit der Raupe wird die Verletzte dann zum Fuß des Steilhanges transportiert. Danach muss die zweite Person noch gerettet werden. Diese wird in der Zwischenzeit vor Ort mit Vakuumschienen versorgt. Während der ganzen Rettung ist es wichtig, ständig den Bewußtseins- und Herz-Kreislaufzustand zu kontrollieren, dazu wird mehrmals der Blutdruck, die Puls- und Atemfrequenz gemessen. Nach dem Transport zur Pistenraupe wird auch die zweite Verletzte sicher ins Tal gebracht.
Zum Glück handelte es sich nur um eine Übung der Bergwacht-Bereitschaft Scheibe-Alsbach gemeinsam mit den Mitarbeitern der Skiarena Silbersattel.
Die Übung zeigt, dass es eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern der Skiarena und den Kameraden der Bergwacht besteht.
Technisch bestehen alle Möglichkeiten, um verletzten Personen an jedem Punkt des Skigebietes schnellstmöglich Hilfe zukommen zu lassen. Es zeigte sich auch, dass eine Stationierung einer Bereitschaftsgruppe in der Skiarena an den Wochenenden und Feiertagen eine richtige und sinnvolle Entscheidung war und ist.
Man muss dabei immer wieder betonen, dass alle Mitglieder des DRK Sonneberger Kreisverbandes, zu dem auch die Bergwacht Scheibe-Alsbach gehört, ihren Dienst ehrenamtlich durchführen. Diese ehrenamtliche Arbeit ist in diesem Jahr allein in der Skiarena Steinach schon 15 Verletzten zu Gute gekommen.
Fotos finden Sie hier, sie wurden uns vom Bildjounalisten Stefan Thomas zu Verfügung gestellt. An ihn soll an dieser Stelle ein besonderer Dank gehen.

