Freies Wort vom 06.03.2013 - Retter wetteiferten um Sekunden

Bergwacht-Bereitschaften aus ganz Thüringen ermittelten kürzlich am Pappenheimer Berg ihre Schnellsten auf der Piste.

Ernstthal am Rennsteig - Vor dem Wettkampf musste der Ackja ebenso wie die Teilnehmer erst einmal den Pappenheimer Berg hinauf. Wer Mitglied der Bergwacht wird, übernimmt eine verantwortungsvolle ehrenamtliche Tätigkeit, bei der sich andere Menschen in Notsituationen voll auf ihn verlassen. Ganz besonders anstrengend ist es, wenn im Winter, unter möglicherweise äußerst ungünstigen Witterungsbedingungen, Verletzte in schwierigem Gelände geborgen werden müssen. Auf derartige Situationen bereiten sich die Bergwachtkameraden nicht nur mit einer fundierten theoretischen Ausbildung in Erster Hilfe und Sanitätsdienst vor. Auch körperliche Fitness ist unumgänglich, und so gehören unter anderem alpines Skifahren und Langlauf zum Übungsprogramm.

Um ihr diesbezügliches Können unter Beweis zu stellen, treten seit sieben Jahren Kameraden aus Bereitschaften in ganz Thüringen einmal jährlich zum Torlauf der Bergwachten an. Dabei werden im Wechsel in Oberhof, Steinach oder Ernstthal die Geschwindigkeit beim Einzelrennen und Teamwork beim Transport eines (fiktiven) Verletzten mit dem Ackja-Rettungsschlitten getestet, war von Daniel Fritzsche, Referent Bergwacht beim DRK-Landesverband Thüringen, zu erfahren.

Lauscha als AusrichterLetzte Informationen vor dem Start.

In diesem Winter hatte man sich für den Hang am Pappenheimer entschieden. 40 Teilnehmer aus insgesamt zehn Bergwachtbereitschaften Thüringens waren zum Wettkampf angereist, aus Steinbach, Oberhof, Gehlberg, Gräfenroda, Masserberg, Gießübel, Meuselbach, Scheibe-Alsbach, Sonneberg und Lauscha. Die Kameraden aus der Glasbläserstadt um Bergwachtleiter Stephan Kristen hatten den Torlauf mit viel Engagement vorbereitet. Gestartet wurde in sechs Altersklassen. Dabei war die jüngste Teilnehmerin, Chiara Hirschmann aus Gehlberg, gerade einmal sechs Jahre alt, während als Ältester Oskar Seifferth aus Masserberg mit über 75 Jahren ins Rennen ging. Alle zeigten beachtliche Leistungen, trotz Wind, Schneefall und eisiger Kälte. Im Zweierteam ging es mit Rettungsgerät und einzeln ohne selbiges den Hang hinab.

Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen. Sie beweisen: Wenn - wie schon häufig in diesem Winter - Verletzte auf den Skipisten Hilfe brauchen, sind die Kameraden zuverlässig und fit für den Ernstfall gerüstet - und das "bei jedem Wetter ...", wie es im Leitspruch der Bergwacht heißt.

Text und Bilder von Doris Hein