Freies Wort vom 24.02.2013 - Winterferienzeit ist Hochsaison für Thüringer Bergwacht
Erfurt/Oberhof - Unfälle in den Langlaufloipen und auf den Skipisten des Thüringer Waldes haben der Bergwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Winterferienmonat Februar reichlich Arbeit beschert.
Allein in der Skiarena Silbersattel in Steinach mussten im Februar zwölf Menschen nach Unfällen in Krankenhäuser eingeliefert werden, sagte Bergwacht-Referent Daniel Fritsche auf Anfrage. «Es sind vor allem Snowboardfahrer, die sich beim Stürzen die Handgelenke brechen - das ist die klassische Snowboardverletzung.» Im Durchschnitt ereigneten sich in der Skiarena derzeit täglich zwei Skiunfälle. Nach den Beobachtungen der Einsatzkräfte sind die Winterferien dort in diesem Jahr unfallträchtiger als in der Vorsaison.
In Oberhof waren die Bergretter seit Jahresbeginn bei 17 Skiunfällen im Einsatz. Zehn verliefen so schwer, dass die Verunglückten im Krankenhaus behandelt werden mussten. Auch hier waren vor allem Snowboarder dabei. Im Raum Gehlberg wurden die Einsatzkräfte zweimal zu Langläufern gerufen, die trotz geringer Schneehöhen Skitouren unternahmen und sich bei Stürzen wegen des fehlenden Schneepolsters verletzten. Ein Problem seien vor allem die Tagestouristen, die sich ungeübt auf Leihskiern im Langlauf probierten, sagte Fritzsche.
In einigen Fällen war die Bergwacht in diesem Winter nach eigenen Angaben auch als Ersatz für den Rettungsdienst bei medizinischen Notfällen im Einsatz. Denn die für normale Straßenverhältnisse ausgerüsteten Rettungswagen waren den teils großen Schneehöhen nicht gewachsen. «Dann werden die Leute mit dem Rettungsschlitten oder auch einer Seilwinde abtransportiert», sagte Fritzsche.
Die DRK-Bergwacht unterhält 30 Bereitschaften mit rund 600 ehrenamtlichen Helfern im Thüringer Wald und den Thüringer Teilen von Rhön und Harz. Oberhof ist dort der einzige Wintersportort, in dem zwei hauptamtliche Retter im Einsatz sind. dpa

