Sieg statt Schönheit
Mit über 270 Startern beim Rookies Cup am Wochenende verzeichneten die Ausrichter im Bikepark am Steinacher Silbersattel einen Teilnehmerrekord innerhalb der IXS-Serie der Downhill-Piloten.
von Lars Fritzlar
Steinach - Traumhaftes Wetter herrschte am Sonntag während der beiden Wertungsläufe. Auch am Freitag und Samstag zuvor hatten die Gastgeber für wettkampftaugliche Bedingungen auf der 1600 Meter langen Piste mit einem Höhenunterschied von 250 Metern gesorgt.
Der große Zuspruch schmeichelt Veranstalter und Hauptsponsor der IXS-Serie, der auch einige Exoten in seinen Starterlisten führte. Zusammen mit Deutschen und Österreichern ging beispielsweise der Australier Sean McConnell in Steinach an den Start. Der Downhill-Pilot studiert in Heidelberg und schlug sich in der stark besetzten Männer-Klasse ordentlich - 101. von 145 Finishern. Oder das Geschwister-Paar Grandy aus Portugal. Silas, der bei den Kids 1 (bis 13 Jahre) das waghalsige Abenteuer zweier Downhill-Fahrten am Silbersattel bestand, verfehlte als Vierter nur knapp das Podest. Sein 16-jähriger Bruder Valentin wurde Zweiter im Youth-Klassement. Die Grandys starten allerdings für einen Sportclub in Heidenheim. Dennoch: Mit solch internationalem Flair können sich eigentlich nur die Wintersportler in Lauscha brüsten.
Die große Resonanz beim Rookies Cup und ähnlichen Veranstaltungen wie das Einrad-Downhill-Fahren am kommenden Wochenende am Silbersattel ist aber sicher auch dem großen persönlichen Engagement der Steinacher Bike-Parkwächter geschuldet. Sie hatten die gesamte Wettkampf-Strecke im vergangenen Jahr mit Frank Schneider (mehrfacher Cup-Gewinner und Deutscher Meister) designed. Mit wechselnden Schwierigkeiten wie beispielsweise einer Höchstgeschwindigkeitpassage im Mittelteil. "Anspruchsvoll und selektiv", beschreibt Gerhard Müller vom Ausrichter den Charakter der Strecke.
Richtig harter Sport
So seien auch Stürze durchaus möglich und bei den Teilnehmern auch einkalkuliert. "Die Jungs fahren auf Sieg und nicht auf Schönheit", beschreibt Müller die Szene. Das gelte natürlich auch für die zehn Mädchen und Frauen, die in Steinach an den Start gingen. "Nichts Primaballerina, nichts für Weicheier. Das ist richtig harter Sport", schätzt Müller ein. Lebensmüde seien die Downhil- ler jedoch nicht. "Mutig schon, ein bisschen verrückt", meint er. Allerdings schützen sich die Aktiven auch gehörig - von Kopf bis Fuß mit Helm, Panzern, Polstern,
Protektoren. Verletzungen seien dennoch nicht ausgeschlossen. Während der drei Tage am vergangenen Wochenende musste die Bergwacht Scheibe-Alsbach sieben Verletzte ins Krankenhaus schicken - zur Weiterbehandlung oder Abklärung. "Ein verletzter Knöchel oder ein Beinbruch ist da nichts Ungewöhnliches", weiß Organisator Gerhard Müller. Aufatmen könnte er am Sonntag, denn kein Verletzter blieb im Klinikum. Bestens versorgt- teilweise mit Gips an Arm oder Bein - war der ein oder andere Rookie am Sonntag zur Siegerehrung unter den Zuschauern gesichtet worden.
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Indes heil die Schussfahrt mit dem umgebauten Mountainbike beendete Lokalmatador und mittlerweile beinahe Dauerbrenner Lukas Wohlleben, der im Junior-Klassement auf Rang 20 landete. Respekt.


